Wie sich alles ändert…

Die Welt ändert sich, auch wenn es die, die in ihre bestehende Vormachtstellung so verliebt sind, nicht wollen. Wir können die Änderungen nur gestalten oder von ihnen überrollt werden.

In dem nachfolgend zitieren Artikel von Felix Schaumburg wird aus meiner Sicht sehr gut dargestellt mit welchen Veränderungen wir zu rechnen haben.

http://www.edushift.de/2011/12/11/vortrag-urheberrecht-fuer-wissenschaft-bildung/#more-2363

Ein neuer Umgang mit Wissen und Kulturgütern wird sich ergeben und wir können nichts dagegen machen. Die Ignoranz der etablierten Parteien gegenüber diesem Wandel ist dann auch der Motor für den Erfolg der Piratenpartei. Nicht unsere Programme sind wichtig, sondern unsere Art zu arbeiten, zu denken und mit unserem Wissen umzugehen.

Das Problem ist nicht, dass es ein Urheberrecht gibt, sondern dass es nicht auf unsere Wirklichkeit passt und nur vorgeblich den Kreativen nützt.

Der Begriff Geistiges Eigentum ist fragwürdig. Man soll da Informationen mit Fernsehen, Häusern oder Halsketten gleichsetzten. Aber Informationen können geteilt und vervielfältigt werden. Der Vergleich hinkt also! Am Ende sollen die Schüler ihr Leben lang ihren Lehrern und deren Erben dafür zahlen, was sie gelernt haben. Vielleicht kann man sich ja auch noch die deutsche Sprache patentieren lassen? Das wäre eine gute Investition.

Geistiges Eigentum ist zu schützen. Ich lehne darum Folter und Gehirnwäsche ab. Aber wenn ich mein Wissen geteilt habe, ist es nicht mehr nur mein Eigentum, sondern auch dass des anderen.

Der Respekt gegenüber den geistigen Leistungen anderer ist essentiell, das kontrollieren von Wissen und Kultur aber eine Illusion.

Nachbemerkung: Nichtsdestotrotz brauchen wir Konzepte, wie kreative Köpfe und diejenigen, die sich um die Verteilung und qualitätssicherung von Ideen und Informationen kümmern, entlohnt werden. Doch das geht nicht, indem man alte Vorstellungen halbherzig überträgt. Was wir brauchen, ist ein gesellschaftlicher Dialog in diesem Spannungsfeld wechselseitiger Interessen.

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2 Responses to Wie sich alles ändert…

  1. Malte says:

    Solange die Piraten keine Lösungsansätze für die Probleme der gerechten Entlohnung der Inhaltsschaffenden haben beobachte ich, als Mensch der genau wie jeder andere darauf angewiesen ist für seine Arbeit bezahlt zu werden, die Forderungen der Piratenpartei interessiert und mit einer gehörigen Portion Misstrauen.

    Glücklicherweise bin ich kein professioneller Musiker. Ich genieße den Luxus meine Musik kostenlos (oder auch nicht) an Menschen verteilen zu können, so ich es den möchte. Was ich jedoch nicht möchte, ist das mir Politiker irgendwelcher Parteizugehörigkeit vorschreiben wollen, was ich mit meiner kreativen Leistung zu tun habe, beziehungsweise nur durch Veröffentlichung / digitale Verfügbarkeit das Recht daran zu verlieren, zu entscheiden OB und WIE es verwertet werden soll. Dies ist nichts anderes als Zwangsenteignung und eine ganz konkrete Beschneidung meiner Rechte als Schaffender. Die grösste Schweinerei ist meines Erachtens, das sich Firmen wie Megaupload und Rapidshare ohne jegliche eigene kreative Leistung an der Arbeit anderer Leute bereichern. Das geht gar nicht. Nehmt denen doch einfach das Geld das erwirtschaftet wird weg und verteilt es an die Schaffenden. ;-)

    Versteh mich nicht falsch. Ich bin zum Beispiel kein GEMA Fan. Nicht umsonst bin ich aus diesem Verein ausgetreten. Aber das muss die Entscheidung des Schaffenden sein, nicht die der Nutzniesser. Wenn man den kommerziellen Ansatz sooooo doof findet, soll man sich doch nach Musik umschauen die unter Creative Commons steht. Da gibt es auch ganz tolle Sachen.

    Naja, zum Glück mache ich weder professionell Musik, noch Filme. Was aber ist denn mit mir als Softwareentwickler? Meine Arbeit kann man auch kopieren. Darf ich dann davon auch nicht mehr meinen Lebensunterhalt bestreiten, so wie es einige von Euch für die Musiker vorzustellen scheinen?
    Ähnliches gilt für die Forschung. Wird Forschung mit staatlichen Mitteln bezahlt, sollte sie zu Allgemeingut werden und auch aus Universitären Wurzeln nicht patentierbar sein. Was aber macht man mit privatwirtschaftlich gewonnen Erkenntnissen? Soll dort zwangsenteignet werden? Ich halte nicht viel von Patenten, eine Lösung weiss ich aber auch nicht. Habt ihr eine?

    Malte

    • quintil says:

      Moin Malte,
      die perfekte Lösung auf Deine Frage kann ich Dir leider auch nicht bieten, ich denke, das ist ein längerfristiger Prozess, der jetzt erst am Anfang steht. Die Piratenpartei steht allerdings nicht gegen das Urheberrecht, sondern nur dagegen, dass zu Gunsten von Verwertungsgesellschaften die Persönlichkeitsrechte von Bürgern beschnitten werden. Daraus folgt dann auch logisch, dass man Privatkopien nicht unterbinden kann und somit nicht verbieten sollte/kann. Denn, um Privatkopien wirkungsvoll zu verhindern, bräuchten wir letztendlich einen konsequenten Überwachungsstaat. Außerdem war es noch nie sinnvoll für einen Staat, einen Großteil der eigenen Jugendlichen zu kriminalisieren.

      Es gibt durchaus Musiker, die davon leben, und offener mit dem Thema umgehen wie Jan Delay oder Amanda Palmer , oder, um einen Schriftsteller anzuführen: Cory Doctorow.
      Mein Problem mit der GEMA ist nicht ihr Sinn und Zweck, wohl aber die intransparenten Strukturen, aber das ist dann ein anderes Thema.

      Wenn man den kommerziellen Ansatz sooooo doof findet, soll man sich doch nach Musik umschauen die unter Creative Commons steht. Da gibt es auch ganz tolle Sachen.

      Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich denke aber, der Grund, warum das Thema so heiß gehandelt wird und es zu zweilichtigen Verhandlungen in Fischeeiausschüssen kommt(ACTA), ist, dass die Monopolstellungen der Verwertungsgesellschaften in Frage gestellt werden. Um die Rechte der Urheber geht es dabei in den seltensten Fällen.

      Was mir an dieser Stelle einfällt, was aber auch ein eigener Blogeintrag werden könnte: Was ist mit den armen Automobilherstellern, die Reparatur- und Diagnoseinformationen für ihre Fahrzeuge aufgrund europäischer Verordnungen freigeben müssen, damit diese von Toolherstellern für freie Werkstätten genutzt werden können, wie es die Europäische Gesetzgebung (Euro-V/VI) vorschreibt? Da fragt man sich doch, ob mit verschiedenen Maßen gemessen wird, je nachdem, welche Interessengruppen das Sagen hat.

      Ganz klar: Wer in etwas Arbeit gesteckt hat, was bei einem Buch auch Lektoren etc. mit einschließt, muss auch dafür entlohnt werden! Bei der Durchsetzung dieses Ziels gilt jedoch die Verhältnismäßigkeit der Mittel.
      Ein Recht an allgemeinen Konzepten und Ideen für den, der es zuerst entdeckt hat, sehe ich doch als widersinnig an. Das gilt für das Prinzip “Tisch” oder auch das Prinzip “Fortschrittsbalken”. Wir wären auch arm dran, wenn Einstein das Recht an dem Prinzip “Lichteilchen” halten würde, bzw. seine Erben.
      Mehr fällt mir im Augenblick nicht dazu ein!

      Gruß,
      Alex :-)

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