Die Mär von der ehrenamtlichen Politikarbeit

Das der Gerhard in Berlin nicht wieder antreten und auch Marina erstmal kein zweites Jahr als politische Geschäftsführerin schufften wollte, wird von außen gerne als Überraschung und Überlastung der Piratenpartei durch den Hype nach der Berlinwahl dargestellt. Doch ist es das wirklich? Ich bezweifel, dass das für die Piraten ein wirkliches Problem ist, denn wir sind weniger hierarchisch aufgestellt, als andere Parteien. Es gibt viele Piraten, die anpacken können. Dardurch ist es auch kein Verlust, wenn jemand mal einen Schritt zurück macht und ein anderer diese Position einnimmt. Das ist nicht unsere Schwäche, sondern unsere Stärke!

Wenn man der TAZ folgen mag, liegen die Ursachen für den Wechsel in Führungspersonen im Wesen der Piraten:

Überlastete Spitze der Piraten: Burn-out bei den Shooting Stars – taz.de.

Das hieße, wir wären zu anstrengend für unsere Vorstände und brennen diese aus. Die Shitstorm-Mentalität der Piraten mag für diese Theorie sprechen, allerdings übersehen wir einen wichtigen Punkt: die individuelle Lebensplanung und dass vielle Piraten zum einen jung sind und zum anderen ihr Leben nicht ausschließlich auf die Politik ausrichten wollen. Das sehe ich jedenfalls für mich so und ich denke, ich stehe da nicht alleine. Der emotionale Druck spielt natürlich auch eine Rolle und ich kann jeden verstehen, der das nicht durchgängig über mehrere Jahre erträgt. Bei den Piraten muss man das aber auch nicht,  das ist nicht unsere Idee von “Politik machen”.

Viele Piraten in Führungsfunktionen wollen keine Berufspolitiker werden! Das unterscheidet uns noch und hoffentlich auch noch etwas länger von den etablierten Parteien. Daraus folgt: Vorstandsarbeit ist ehrenamtliche Arbeit von mehreren Stunden in der Woche bis hin zu einem unbezahlten Fulltime-Job oder noch mehr. Hier werden wir sicherlich in Zukunft durch bezahlte Zuarbeit einiges erreichen und uns professionalisieren.

Und ansonsten wechseln wir uns bei den Aufgaben ab!

Das mag bezüglich der Medienpräsenz nicht immer optimal sein, aber Hand aufs Herz: An einigen Politikern hat man sich in den letzten Jahren auch satt gesehen. Da helfen neue Gesichter, und die Piraten können zeigen, dass sie viele qualifizierte Leute hat, die sich schnell in alles einarbeiten können. Bei den Piraten bricht nicht alles in sich zusammen, wenn ein langjähriger Vorsitzender abtritt. Die Flexibilität, die sich in vielen Betrieben durchsetzt, wir in Zukunft auch in der Politik gefordert sein.

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