Ausrutscher von Andreas Popp – Ein paar Gedanken zur Piratenpartei und zum Rechtsextremismus

Jeder macht mal einen Fehler.  Ich möchte Andreas Popp nicht in den Schutz nehmen; eigentlich hat der das auch nicht nötig. Leider hat er sich in seinem Blog sofort in eine Verteidigungshaltung begeben, mit der er die Lager noch zusätzlich polarisiert hat.

Interview mit der Jungen Freiheit

Ich war schon ziemlich stinkig als das Transkript kam, weil er mir jedes Wort im Mund rum gedreht hat und ich habs bisher auch ehrlich gesagt dank 3 Tagen Schlafmangel nicht gelesen, ob er wirklich alles so übernommen hat was ich geschrieben hab.

Das klingt stark nach einer plumpen Entschuldigung und ermutigt auch andere noch ein bisschen nachzutreten, natürlich von allen Seiten. Der JF die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen kommt nicht so gut und das mit dem Schlafmangel wirkt ein bisschen lau.

Was hat Andreas sich vorzuwerfen? Das Interview, das von ihm erschienen ist jedenfalls nicht. Das ist ok und zeigt keinerlei rechtsextreme Tendenzen.

Ob ich der Argumentation von Jens Seipenbusch folgen will, bin ich mir nicht sicher. Es scheint im Moment Konsens zu sein, dass man den rechten Rand ignorieren muss, um sich nicht verdächtig zu machen bzw. als schuldig zu gelten. Ich halte dieses Vorgehen, also jedes Ansinnen rechter Gruppierungen ohne zögern abzulehnen und zu ignorieren, nicht für verkehrt, trotzdem sollte jedem Demokraten selber überlassen werden, wie er mit dem Thema umgehen will.

Dagegen möchte ich betonen: Rechtsextremismus ist inakzeptabel und muss/darf auch nicht toleriert werden!

Mir genügen hierzu die Aussagen der Piratenpartei, aber jeder hat da sein eigenes Maß. Letztendlich hat Jens Seipenbusch für mich klar dargestellt, dass die Piraten nicht mit dem rechten Rand liebäugeln. Das ist  ein wichtiges Signal.

Die Entschuldigung von Andreas, das er ncht gewusst hat, was die Junge Freiheit ist, lässt mich ein wenig schmunzeln. Natürlich ist das peinlich! Aber diese Offenheit damit umzugehen finde ich ganz erfrischend in einer Zeit, in der alle sich immer so lange wie möglich herauszureden versuchen.

Ein Pluspunkt für die Piratenpartei ist, dass sie dadurch wieder etwas mehr Publicity bekommen hat, was ihr nicht zwingend schaden muss. Oder vielleicht doch? – Sind sie jetzt für TAZ-Leser unwählbar geworden?

Und ehrlich gesagt: Das wichtigste Ereignis der Woche war es jetzt auch nicht, wie man fast meinen könnte.

This entry was posted in Piratenpartei, Politik. Bookmark the permalink.

3 Responses to Ausrutscher von Andreas Popp – Ein paar Gedanken zur Piratenpartei und zum Rechtsextremismus

  1. “Ich halte dieses Vorgehen, also jedes Ansinnen rechter Gruppierungen ohne zögern abzulehnen und zu ignorieren, nicht für verkehrt, trotzdem sollte jedem Demokraten selber überlassen werden, wie er mit dem Thema umgehen will.”

    Das ist ein Eiertanz.
    Und das ist der Türöffner, den rechen benötigen.

    Die JF ist eine antidemokratische Zeitung. Ihre Vorbilder sind die Edel-Nazis der Konservative Revlution. Für sie waren die Parlamente “Plauderbuden”. Tolle Gesellschaft.

    • quintil says:

      @kritische masse: Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich plädiere nur dafür jedem einen gewissen Spielraum zu lassen, wie weit er sich auf den Eiertanz einlassen und eigene Erfahrungen machen will. Für die Piratenpartei insgesammt würde ich einen konsequenten Kurs gegen Rechts empfehlen.

  2. “Konsequent gegen Rechts” ist eine gute Empfehlung. Vor allem tut es auch Not, sich über die Junge Freiheit zu informieren und über das Verhalten der Rechten im Internet aufzuklären. Ein paar Tipps:
    http://unrastwildcat.blogsport.de/2009/09/19/tipps-gegen-rechts-im-internet/

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s