Sind Arbeitsgemeinschaften in der Piratenpartei libertär?

In Bezug auf die Piratenpartei habe ich bisher häufiger gelesen, dass wir uns tendenziell als libertär einordnen wollen. Ob ich diesen Gedanken teilen will oder nicht, sei mal dahin gestellt. Falk bin ich auf ein paar Gedanken zu den AGs gestoßen, die mich zum lesen selbiger verleitet hat.

Wenn ich mir den Regelentwurf für die Arbeitsgruppen ansehe, so entdecke ich doch sehr klar definierte “klassische Strukturen” in denen eine Arbeitsweise vorgeschrieben wird, die aus meiner Sicht nicht den Möglichkeiten des Internets gerecht wird.

AG-Rat/Regelentwurf Arbeitsgemeinschaften – Piratenwiki.

Wenn das der primäre Prozess der Meinungsbildung in der Piratenpartei sein soll, haben wir schnell die Grünen in Bezug auf die Entwicklung herkömmlicher Parteistrukturen überholt. Die Nähe zum deutschen Vereinsrecht von 1900 ist frappierend. Die Piratenpartei muss sich klar werden, ob sie wirklich so arbeiten will!

Unklar ist, wie die drei zur Gründung einer AG notwendigen Mitglieder zusammenkommen sollen, darf die Gründungsversammlung in einem Chat, einem freien Forum oder nur bei realer Präsenz an einem gemeinsamen Ort erfolgen. Letzteres hielte ich für eine Internetpartei nicht angemessen.

Ein anderes Problem habe ich mit den Protokollen, die Ergebnisse zusammenfassen sollen. Wer schreibt diese Protokolle. Dies wäre aus meiner Sicht das wichtigste Amt in einer AG, da der Protokollant die “aktuellen” Ansichten der gesamten Piratenpartei zu diesem Thema darstellt, zumindest wenn es, wie gefordert, keine Überschneidungen mit anderen AGs geben soll.

Wofür brauchen wir Protokolle, wenn wir Foren haben????

Passt diese Arbeitsweise mit unseren Vorstellungen von Basisdemokratie zusammen oder fördert sie das Schaffen neuer Ämter, sozusagen als AG-Funktionär, und somit repräsentativ-demokratische Strukturen????

Warum müssen wir bei jedem Thema die selben Zeitzyklen einhalten???? – Für mich wirkt dieses Korsett irgendwie starr und unflexibel.

Sind die Strukturen libertär, d.h. kann jeder sich am Meinungsbildungsprozess so beteiligen, wie er will, so lange er nicht die Rechte eines anderen Mitglieds beschneidet?

Fazit: Bisher bin ich nicht überzeugt, ich lasse mich aber gerne mit guten Argumenten überzeugen.

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8 Responses to Sind Arbeitsgemeinschaften in der Piratenpartei libertär?

  1. Pingback: Piratenpartei-News (piratennews) 's status on Thursday, 08-Oct-09 07:44:27 UTC - Identi.ca

  2. redpirat says:

    Für mich sieht es so aus, als wenn die AG Regeln stark an Grundsätze aus dem Projektmanagment angelehnt sind. Das halte ich für gut und richtig, um möglichst zielorientiert und erfolgreich zu Arbeiten. Regelmäßige Berichte sind deshalb notwendig, damit festgestellt werden kann, ob die AG überhaupt noch konstruktiv und aktiv arbeitet. Natürlich kann man das auch an den Foren sehen, allerdings sollte trotzdem nach einem bestimmten Zeitraum ein Protokoll angefertig werden, um die Kernaussagen und Beschlüsse, die bei diesen Diskusionen herauskommen, noch einmal seperat und vernünftig ausformuliert aufzuzeigen.

    MfG redpirat

    • quintil says:

      Das mit dem Projektmanagement kann ich nachvollziehen, allerdings sollten wir hinterfragen inwiefern ein Meinungsbildungprozess in einer Partei mit den Zielen des Projektmanagements übereinstimmt.

      Das Argument, dass Protokolle als Zusammenfassung sinnvoll sind, damit man sich schnell einen Überblick verschaffen kann sehen ich ein.

  3. Muffin says:

    Ich muss “redpirat” zustimmen. Ich denke Protokolle sind schon aus Gründen der Transparenz wichtig und vernünftig. Ich habe zum Beispiel keine Zeit jedes Forum von jeder AG zu lesen, so gern ichs auch würde.
    Daher finde ich es wichtig das man mir den zugang zum derzeitigen Arbeitsstand einer AG kurz zusammenfasst. Ja Foren sind natürlich auch transparent und frei zugändlich. Aber “leider” (für Leute die nur die Ergebnisse interessieren) oft mit Informationen überflutet die eigentlich nur zur Meinungsbildung dienen aber den Tatsächlichen Arbeitsstand nicht wiedergeben.

    Grüße Muffin

    • quintil says:

      Da es das Bild verfälschen würde nehme ich den Fettdruck von dem etwas provokativen Satz “Wofür brauchen wir Protokolle, wenn wir Foren haben????” nicht weg. Ich glaube, ich habe mich darurch selbst in meiner Aussage ein wenig verfälscht.

      Protokolle kann es auch bei basisdemokratischen Libertären geben. Trotzdem halte ich es für wichtig die hierarchischen Strukturen zu hinterfragen, die mit Parteiämtern entstehen.

      Ich möchte jede mit Befugnissen gesegnete Funktion, die entsteht, gleich zu Beginn hinterfragen, damit später keiner sagt: Warum habt ihr nicht aufgepasst?

  4. Falk D. says:

    Redpirat: Projektmanagement-Grundsätze lassen sich nicht mit den Regeln oder dem Verhalten des AG-Rats vereinigen. Vielleicht waren wir auf unterschiedlichen Projektmanagement-Schulungen.

    Nehmen wir an, dass eine Partei-AG wie ein Projektteam arbeiten könnte (was aufgrund des mangelnden Projektzwecks und messbaren -Ziels schon falsch ist).
    Ein Projektteam beginnt die Arbeit mit dem Brainstorming, geht über in den Projektstrukturplan und irgendwann werden Arbeitspakete identifiziert, zugewiesen und mit dem Ressourcenbelegungsplan abgeglichen, damit die Aufträge erteilt werden können. Dafür braucht man aber viele atomare Einheiten, im Neusprech von Vorstand und AG-Rat nennt man das dann Wildwuchs.

    Die Überlegungen des AG-Rats allerdings lassen bereits die Redefinition der Ziele nach Gründng der AG kaum zu. Bei sklavischer Lesart gibt es auch nur eine AG zu jedem Thema bzw. die einzelnen AGs müssen sich einer Dach-AG unterordnen. Das entstehende Organigramm hat eine Top-Down-Architektur und lange Linien. Welche Position man zuerst einzeichnet, sagt viel aus über das Unternehmen. Anstatt die AGs zu koordinieren soll “Doppelarbeit verringert” werden. Das Instrument der Statusvergabe ließt sich aber eher wie ein Restriktions- und Sanktionierungsmittel bei Meinungs-Divergenz. Das, was der BV mit dem AG-Rat da so vorhat, ist mehr so ein Kruppsches Stahlwerk um 1920 denn ein modernes Unternehmen. Anstatt hier die kleinen AGs in einer Mehrlinienstruktur zu nutzen wird zentralisiert. Der Ansatz und die Denke dahinter ist nicht nur veraltet – er ist grundfalsch. Auch das wäre in jeder mittelprächtigen PM-Schulung erlernbar gewesen. (Wahl der Organisationsform)

    Protokollpflichten, die nicht auf Meilensteinen sondern Dauerereignissen basieren, erhöhen nur das Rauschen und mindern die Transparenz. Aktive AGs werden wichtige Punkte schon aus Gründen der Selbsterhaltung niederschreiben. Nebenbei: warum wendet der AG-Rat seine eigenen Forderungen nicht an? Ich musste schon penetrant nerven um überhaupt mitzubekommen, dass und vor allem wie der AG-Rat gewählt wurde. Konkrete Fragen zur Legitimation münden in Beschimpfungen durch die Mitglieder des AG-Rats.

    Durch das Verlangen nach Ämtern in AGs entsteht eine Oligopolisierung der Meinung. Es ist dabei egal ob wir die Ämter Ansprechpartner, Navigator, Kapitän, Vorsitzender oder Hans nennen, er wird durch seine Bestimmung Meinungsführend sein und Randpositionen fallen durch die Vertikalisierung komplett über den Teller, obwohl sie im Basisentscheid durchaus Gewicht haben könnten.

    Die autokratischen Züge des AG-Rats, dessen Einrichtung einen blanken Verstoß gegen PartG §12 darstellt, lassen aber nur ungutes erwarten. Die Beschwichtigungen von Pirat Arvid greifen nur wenig, wenn der AG-Rat zeitgleich Anschreiben verschickt, die “In der ersten Stufe” enthalten, obwohl seine Regularien und der Ansatz eher umstritten sind. Bereits die Bezeichnung Rat halte ich für eine Beleidigung jeder demokratischer Struktur.

    Ich habe jetzt einfach mal beschlossen, bis das Thema vom Tisch ist, keine neuen Projekte und Ideen für die Piraten anzuschieben. Sollte der AG-Rat tatsächlich vor dem nächsten BPT Aktivitäten über die Sichtung und Beratung hinaus entwickeln, oder vor dem 1.1. weitere Fakten geschaffen werden, werde mein Engagement komplett einstellen. Ich bin schon mal wegen Autokratie und Klüngel aus einer Partei ausgetreten; ich weiß wie das geht.

  5. thanks for the info….

  6. baduann says:

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