Postfeministische Piraten

Ich finde es sehr angenehm, dass sich viele Piraten als postfeministisch betrachten, da mir diese Theorie in dem Sinne zusagt, dass ich sie gut mit meiner eigenen Wirklichkeit in Einklang bringen kann. Was folgt jedoch daraus? Lippenbekenntnisse sind ja das eine, aber das reicht nicht.

Warum spielt das Thema Gender hauptsächlich bei den weiblichen Piraten ein Rolle, während die männlichen Piraten hauptsächlich darüber genervt sind, wenn Frauen auf diesem Thema herumreiten bzw. der Postfeminismus dazu herangezogen wird zu begründen, dass man im Gegensatz zur feministischen Linguistik kein eigeschobenes großes I braucht und die Piratinnen auch nicht extra nennen muss. Ich habe die Atmosphäre auf dem Bundesparteitag nicht so fortschrittlich wahrgenommen, wie ich das gerne gehabt hätte, aber das ist wie gesagt nur mein persönlicher Eindruck.

Warum werden Frauen gefragt, warum sie glauben nur gewählt zu werden, weil sie Frauen sind, oder ob sie noch andere Vorzüge haben? – Das ist vielleicht kein Kernthema, aber dennoch eine Frage, der wir uns stellen müssen.

Wir Piraten kommen aus einer Gesellschaft, die von sehr ausgeprägten Rollenbilder für Männer und Frauen geprägt sind, un so mancheiner wird einfach die Schulter zucken und sagen: Das ist eben so, Männer sind anders als Frauen. Dennoch glaube ich, dass wir unsere Gewohnheiten überprüfen müssen, und zwar nicht der Schwarm, sondern jeder einzelne. Diese Selbstreflektion kann man nicht delegieren, ebensowenig wie die Verantwortung für die eigene Freiheit.

Last uns offen mit diesem Thema umgehen und nicht aufstöhnen, wenn sich dazu jemand zu Wort meldet. Es lässt sich nicht allein durch Unisex-Toiletten lösen.

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5 Responses to Postfeministische Piraten

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  2. datenritter says:

    “Warum werden Frauen gefragt, warum sie glauben nur gewählt zu werden, weil sie Frauen sind, oder ob sie noch andere Vorzüge haben?”

    Weil sie ihre Kandidatur so begründet haben?

    • quintil says:

      Hmmm, habe ich nicht ganz so wahrgenommen, aber das mag an meiner persönlichen Brille liegen. Das Prinzip Quoten- und Vorzeigefrau anderer Parteien ist mir allerdings auch ausgesprochen suspekt.

  3. laprintemps says:

    Also die Debatte wurden von wenigen Frauen und den Medien angesprochen, ABER eine ausgewogene Debatte, eine gewisse Vorstellung von Frauen und eine Auseinandersetzung mit den “G. -Themen” wurde von Männer STARK begrüßt und viele Männer haben Frauen aufgefordert für den Vorstand zu kandidieren. Also so ganz richtig ist deine Darstellung nicht…

    • quintil says:

      Ich wollte nicht sagen, dass die Männer gegen das Thema gegenan gegangen sind, sondern, dass ich das Gefühl hatte, dass Gender als Frauenthema behandelt wurde. Dagegen sträube ich mich und ein wenig auch gegen das sich selbst auf die Schulter Klopfen, so angebracht das im Vergleich zu anderen Parteien auch sein mag.

      Insgesamt geb ich Dir recht. Letzendlich hat uns die Diskussion voran gebracht und das, was ich oben geschrieben habe klingt zu negativ. Ich versuche mich da in Zukunft zu bessern.

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