Gauck NotMyPresident?

Noch ist Herr Gauck nicht unser Staatsoberhaupt, er wurde nur von den Parteispitzen von fünf Parteien aus dem Bundestag gekürt. Die Linkspartei hat man dabei links liegen gelassen.

Ich gebe es zu, dass die FDP jetzt so vehement für Herrn Gauck ist, macht mich ein bisschen nervös. Aber wahrscheinlich ist das eher eine Art Manöver des letzten Augenblicks. Als politische Meinung ist das eher unglaubwürdig, aber so sind sie heutzutage, die Freidemokraten. Der Karnevalsprinz von der SPD sagt, dass es ein guter Schritt gegen die Politikverdrossenheit der Bürger sei, aber ist das tatsächlich so?

Herr Gauck war diesmal der einzige Kandidat, den man so schnell als Kaninchen aus dem Hut zaubern konnte, zumal er schon beim letzten Versuch so hohe Sympathiewerte hatte. Das gibt Ruhe für die anstehenden Wahlkämpfe und das ist es wohl, das die etablierten Parteien im Moment am meisten antreibt.

Aber wollen die Bürger wirklich einen Einheitsbrei der Meinungen der etablierten Parteien? Klingt es nach moderner Bürgerbeteiligung in der Demokratie, wenn fünf Parteifürsten sich auf einen neuen Bundespräsidenten einigen?

Im Stil der Netzaktivisten hat es natürlich erstmal einen Shitstorm gegen Herrn Gauck gegeben, der leider zum Teil das Niveau des Boulevard-Journalismus nicht überschritten hat. Die Entschuldigung von @zeitrafferin http://t.co/DrKFGm84 drückt diesbezüglich gut auch meine Gefühle aus. Mal wieder zu schnell kopiert! Natürlich wäre für die Piraten Frau von der Leyen eine bessere CDU-Kandidatin gewesen, sprich ein Feindbild, gegen das man Wahlkampf hätte machen können. Auch Herr Schäuble wäre besser gewesen, da hätten wir vielleicht sogar Unterstützung von den Griechen bekommen.

Herr Gauck ist, soweit ich das beurteilen kann, integer und kann sich differenziert ausdrücken. Er mag ein bisschen zu alt sein, um die Entwicklungen um das Internet überblicken zu können, aber auch da können wir ja noch hoffen, dass er sich einarbeitet. Er ist nicht in der Parteienpolitik verwurzelt und wird uns nach Außen gut vertreten können. Was ich mich aber am meisten frage ist, warum Herr Gauck das Angebot sofort von Leuten angenommen hat, die ihn schon in drei Abstimmungen partout nicht haben wollten. Aber das ist seine Angelegenheit. Wenn er am Ende gewählt wird, möchte ich im ein gutes Händchen beim stattfindenden Wandel der Gesellschaft wünschen

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass er kein schlechter Präsident werden wird. Letztendlich werden wir das aber erst sehen, wenn er dann tatsächlich gewählt worden ist. Ein Gegenkandidat der Piraten oder Linken hat dabei keine besondere Chancen, könnte aber für einen Hauch von Demokratie sorgen. Jetzt sollten wir Herrn Gauck eine Chance geben und uns auf unsere inhaltliche Arbeit und den Wandel des Stils in der Politik konzentrieren.

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