Gedanken zum Weltfrauentag

Die Bildzeitung brüstet sich heute damit, dass diese Ausgabe nur von Männern gemacht wurde. Aber ist das das richtige Signal zum Weltfrauentag: “Frauen, bleibt zuhause!”. Wäre es dann nicht besser, es würde gar keine Ausgabe erscheinen und morgen eine Entschuldigung, dass man ohne Frauen ganz schön aufgeschmissen ist?

Interessanter erscheint mir da ein Artikel in der New York Times, in dem es um den Einsatz Mexikanischer Frauen geht, die Ämter wie das Bürgermeisteramt für Frauen erstreiten wollen. Da stellt man sich die Frage: Wie sieht es bei uns in Schleswig-Holstein aus? Viele Deutsche rufen bei dieser Betrachtung nach einer Quote, aber ist das die Lösung?

Quotierung bedeutet immer auch, dass man eine Gruppe als benachteiligt oder minder geeignet einstuft. Und da schwingt auch meistens eine gewisse Abwertung mit. Insofern sollte man dieses Mittel immer mit einer zeitlichen Begrenzung einsetzen und auch nicht immer und überall. Außerdem sollten die Resultate durch qualitätssichernde Maßnahmen überprüft werden: Sollte die Quote nicht greifen, sollte sie auch schnell wieder abgeschafft werden, sonst erzeugt sie nur überflüssige Bürokratie.

Eine Frau, die aufgrund der Quotenerfüllung einen bestimmten Job bekommen hat, wir Schwierigkeiten haben, sich als gleichrangig zu etablieren. Und dieser Effekt kann sich auch auf Frauen ausweiten, die den Job auch ohne die Quotierung bekommen hätten. Das ist die Kehrseite der Quotenforderung.

Die Piraten unterscheiden nicht zwischen Männern und Frauen, wenn es darum geht Politik zu machen. Daraus folgt, dass wir bei unserer Arbeit Quotierungen ablehnen und Frauen werden nicht aufgrund einer Quote in ihre Ämter geschoben, sondern vor allem aufgrund ihrer Leistungen. Ob das schon die Lösung ist? Der Spiegel bezweifelt das. Wobei ich, wenn ich den Spiegel Artikel lese, bezweifle, dass die meisten männlichen Piraten Alpha-Jungs sind.

Wie bei fast allem ist dieses Thema zu komplex, um es mit einem einfachen Kunstgriff zu lösen. Zudem gibt es ja auch noch die Leute, die glauben, dass Chancengleicheit nun gar nicht gott- oder naturgegeben ist und insofern auch nicht anzustreben. Diese halten zumeist auch die im 20 Jhd. erfundene Kleinfamilie für besonders schützenswert.

Dennoch, wir sind  in unserer Gesellschaft noch im Umbruch in Bezug auf die Chancengleichheit von Männern und Frauen. Ich glaube, dass vieles von selbst geschehen wird, egal welche Methoden wir anzuwenden versuchen.

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2 Responses to Gedanken zum Weltfrauentag

  1. Janina Baier says:

    Wundervoller Blogpost zum heutigen Tag und dem allgemeinen Quoten-Dilemma❤ Viele Grüße aus Bayern in die Heimat🙂

  2. Janina Baier says:

    Reblogged this on parkgarage und kommentierte:
    Wunderbarer Blogpost zum heutigen Tag❤

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